agape Gemeinde Freilassing e.V.

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Anbetend begegnen

Anbetung ist im Gegensatz zu Lobpreis in erster Linie eine Haltung - eine Herzenshaltung, die sich in einer körperlichen Haltung niederschlagen kann. Alttestamentliche Umschreibungen für „Anbetung“ sind u.a. „sich am Boden ausstrecken“ oder „sich beugen“. Es geht dabei immer darum, dass der Mensch „nach unten“ geht. Psalm 95,6 bringt es auf den Punkt: „Kommt, lasst uns anbeten und uns neigen, lasst uns niederknien vor dem HERRN...“ Im Neuen Testament bedeutet „Anbetung“ wörtlich „zu jemandem hin küssen“ oder „den Saum [des Gewandes] küssen“, wobei stark der Aspekt der Ehrerbietung hervorgehoben wird.

Anbetung spricht somit in erster Linie von einem Menschen, der seinen Herrn erkennt, anerkennt und verehrt; der einsieht, dass dieser ihm bei weitem überlegen ist und seine eigenen menschlichen Mittel begrenzt sind; der sich auch eine Form von Schwachheit eingesteht und sich deshalb ganz auf Gott wirft und sich ihm unterordnet. Ein anbetendes Herz ist ein hörendes, geneigtes und demütiges Herz.

Damit wird deutlich, wie irreführend die Auffassung ist, Anbetung sei stets „ruhig“ oder „getragen“ - was sich auch in Musik und Gesang niederschlage -, während Lobpreis eher „laut“ sei. Wer anbetet, wer zutiefst von der Größe Gottes und der eigenen Unzulänglichkeit getroffen ist, wird dies nicht unbedingt mit Jubel ausdrücken wollen; dennoch lässt sich der Anbetung kein spezieller Musikstil, keine musikalische Dynamik oder Stimmung zuordnen. Ist ein lauter aufrichtiger Hilferuf zu Gott nicht auch eine Form von Anbetung?

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