Nachspüren
Dieses „Nachspüren“ umschreibt den Versuch, zwei Aspekte der Lobpreisarbeit umzusetzen – den „levitischen“ und den „prophetischen“: In der levitischen Funktion ist es unser Bestreben, den Leib Christi wie auch Außenstehende in die Nähe Gottes zu führen, aber auch unsere Stadt und Region mit verschiedenen Gebetsformen vor Gott zu bringen. In der prophetischen Funktion geht es darum, zu hören und zu verstehen, wie Gott sich durch sein Wort und durch Menschen mitteilen möchte, bzw. welches seiner Wesensmerkmale er uns besonders intensiv vermitteln möchte – beide Funktionen gehen Hand in Hand: Lobpreis thematisiert sowohl unsere Annäherung an Gott als auch seine Annäherung an uns.
Dabei tritt unser Jubel über ihn, aber auch sein eigener Jubel zutage, denn „…er hat seine Freude an dir mit Entzücken… frohlockt über dich mit Jubel“ (Zefanja 3,17; Menge). Uns begegnet ein leidenschaftlicher Gott, denn diese Zitate können vom Urtext her auch mit „Er springt herum wie wild“ und „Er lässt einen schrillen Freudenschrei erklingen“ umschrieben werden.
Emotionelle Regungen Gottes in der Bibel:
* Gott hat Eifer (Jesaja 9,7)
* Gott lacht (Psalm 2,4)
* Gott spottet (Psalm 2,4)
* Gott weint (Jesaja 22,4)
* Gott hat Sehnsucht und erlebt Ablehnung (Matthäus 23,37)
* Gott tanzt, frohlockt, jubelt (Zefanja 3,17)
* Gott liebt (Johannes 3,16)
* Gott, der Heilige Geist, ist betrübt (Jesaja 63,10; Epheser 4,30)
Man könnte uns hier ein naives Gottesbild unterstellen, ja eine „Projektion“ menschlicher Eigenschaften auf Gott oder einen Mangel an religiöser Frömmigkeit. Doch angesichts des biblischen Gottesbilds erscheint es uns nur natürlich, dass Elemente wie Liebe, Annahme, Zuneigung und Vergebung in unserer Beziehung zu ihm im Vordergrund stehen. Unser Verständnis von Anbetung erinnert uns zudem daran, dass sich der Mensch Gott stets mit einer belehrbaren Herzenshaltung nähern muss.