Unsere Scheu verlieren
Immer wieder taucht die Frage auf, bis zu welchem Punkt kreative Christen und Lobpreiser ihre Begabung tatsächlich für Gott einsetzen und selbst in den Hintergrund treten und wann sie Gefahr laufen, sich selbst darzustellen. Wer nach biblischem Muster als Christ lebt, lebt mit einer wachsenden Gottes-, Selbst- und Sündenerkenntnis. Der einzige Ausweg aus Stolz, Ichbezogenheit, Rebellion und Geltungssucht besteht darin, dies als Sünde zu erkennen, Jesus zu bekennen und eine Kehrtwendung zu vollziehen. So kann mit Hilfe des Heiligen Geistes in uns Veränderung geschehen.
Wer diese Veränderung als „nicht notwendig“ ansieht, wird in seinem Wunsch, Gott zu dienen, immer wieder in den menschlichen, sündhaften Bereich abgleiten. Doch wer diese „Heiligung“ täglich Realität sein lässt, wird für Gott immer brauchbarer; seine Beweggründe werden lauterer; der Drang, sich in geistlichen Dingen hervortun zu müssen, lässt nach; die menschlichen Störeinflüsse im Lobpreis nehmen ab. Wir erkennen, dass wir schwach, aber geliebt sind – und erst dann kann ER uns stark machen, so dass wir unser ganzes Herz in die Waagschale werfen, ohne den Bogen zu überspannen.
Die Medaille hat auch eine Kehrseite: Wer sich selbst immer realistischer sieht, versteht, dass er kein Image zu verlieren hat und niemandem etwas beweisen muss, weil er in Gott ruht. Da Menschenscheu nur eine Spielart von Ichbezogenheit und Stolz ist - „Was denken die anderen über mich? Wie stehe ich da? Und wenn ich einen Fehler mache...? -, und dieser Lebensstil der Heiligung dem Stolz den Garaus macht, kann so auch dieses Übel, das die Christenheit plagt, mehr und mehr verschwinden.